In einem Gespräch mit ihren jüdisch-israelischen Großeltern über einen großen Spiegel in deren Wohnung untersucht eine Filmemacherin, wie persönliche und kollektive Geschichte geschrieben und verhandelt werden – und was nicht beim Namen genannt werden kann.
Bei dem fraglichen Artefakt handelt es sich um einen großen, wunderschön gerahmten Spiegel, der von der Familie liebevoll als „arabischer Spiegel“ bezeichnet wird. Er stammt aus Zarnuqa, einem palästinensischen Nachbardorf, das während des Krieges von 1948 entvölkert wurde. Während ihr Großvater Yossi sich gerne daran erinnert, wie er dort als Kind spielte, bleibt die Frage, wie der Spiegel in das Haus seiner Familie gelangte, in sprachliche Ausflüchte gehüllt. Wurde er gekauft? Gefunden? Oder mitgenommen? Während die Filmemacherin behutsam nachhakt, ringen ihre Großeltern darum, ihr Selbstbild („Solche Leute sind wir nicht“) mit den historischen Realitäten von 1948 zu vereinbaren. Mirror Image verwandelt ein intimes Familiengespräch in eine tiefgründige Auseinandersetzung mit kollektivem Schweigen und stellt die Grenzen von familiärer Liebe und historischer Verantwortung auf die Probe.
CAST
Rivka and Yossef (Yossi) Schwartz, Danielle Schwartz
CREW
Regie: Danielle Schwartz
Kamera: Emmanuelle Mayer
Schnitt: Thalia Hoffman
Produktion: Danielle Schwartz
Mirror Image ist ein preisgekrönter dokumentarischer Kurzfilm (11 Minuten), der sich im Rahmen eines Gesprächs zwischen der Filmemacherin und ihren jüdisch-israelischen Großeltern über einen Spiegel entfaltet, der nach 1948 in ihr Haus gelangte.
Daraus entwickelt sich kein Streit über historische Fakten, sondern eine Verhandlung über Sprache: Welche Wörter dürfen verwendet werden, welche müssen vermieden werden und was könnte das Sprechen gefährden.
Der Film untersucht, wie Geschichte innerhalb der Familie weiterlebt – nicht nur durch Erinnerung, sondern durch Schweigen, Zögern und den behutsamen Umgang mit Bedeutung. Er versucht nicht zu beweisen oder anzuklagen, sondern zu beobachten, wie Identität und Kultur das prägen, was anerkannt werden kann und was unaussprechlich bleibt.
Vorführungshinweis: Für alle öffentlichen Vorführungen, pädagogischen Screenings oder Präsentationen in Kultureinrichtungen ist eine spezielle Vorführlizenz erforderlich. Um öffentliche Aufführungsrechte (PPR) zu erwerben oder eine Bildungsveranstaltung zu organisieren, wenden Sie sich bitte direkt an den Vertrieb unter danielle@mirror-image.org.
PRESSE
Hossam el-Hamalawy: Fractured Reflections (2026)
Mike Hoolboom: Invisible, Panorama Cinema (2023)
Benjamin Doherty: Short film reflects on mirror taken from Palestinian village in 1948 (2014)
TALKS & INTERVIEWS
Permission to Narrate: Symposium at the Johannesburg Institute for Advanced Study
With Nadje Abu El-Haj, Aleida Assmann, Danielle Schwartz & Fazil Moradi (2022).
Mirror Image at Community Scholar Program (CSP)
Conversation with Danielle Schwartz (2022).
Mirror Image Film Screening and Discussion about Israel/Palestine
With Danielle Schwartz, Ismail Asaad, Aida AL-Shibli, Eva Orbuch & Rotem Levin (2024).
Aleida Assmann über „Mirror Image“ und „Die Uhr“ (Deutsch)
„Kriegssouvenirs: Wie Filme Erinnerungskultur aufbrechen“, Evangelische Akademie Berlin (2026).
PODCASTS
Hossam el-Hamalawy: The Violence in Ordinary Things (2026)
Shai Hoffmann – Über Israel und Palästina sprechen: History, language, memory: Danielle Schwartz on her film Mirror Image
FESTIVALS
Internationale Vorführungen bei Filmfestivals, Universitäten, Museen und Kulturinstituten, darunter: Palm Springs ShortFest, Warsaw International Film Festival, Kinemathek Tel Aviv, Brücke-Museum Berlin und Evangelische Akademie Berlin
AWARDS
Grand Jury Prize, Short Competition — DOC NYC Film Festival (2014)
Van Leer Award for Best Short Documentary Film — Jerusalem Film Festival (2014)
VORFÜHRUNG & FILMGESPRÄCH
Der Film wurde im Rahmen der Veranstaltung „Kriegssouvenirs: Die Uhr und Mirror Image“ in der Evangelischen Akademie zu Berlin gezeigt. Im Anschluss fand ein Filmgespräch mit Anna Brass und Danielle Schwartz sowie dem Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Aleida Assmann statt.
Weitere Informationen über den Film und die begleitenden Dialog- und Vermittlungsformate: https://linktr.ee/mirror.image
