Europe, She Loves

100 min. / 2018 / Englisch, Spanisch, Griechisch, Estnisch (UT: Deutsch) / Schweiz, Deutschland

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Tags: Alternative Lebensformen, Beziehung, Europa, Gleichberechtigung, Globale soziale Rechte, Heterosexualität, Jugend, Kapitalismus, Partnerschaft, Sexualität

EUROPE, SHE LOVES verwebt die Geschichten von vier Paaren an den Rändern Europas: Siobhan und Terry in Dublin wollen ohne Drogen leben; in Tallinn hofft Veronika, dass sich Harri besser mit ihrem Sohn Artur versteht; Penny will Thessaloniki und den älteren Niko verlassen, um in Italien zu arbeiten; und Juan und Caro in Sevilla, frisch verliebt, denken kaum an die Zukunft.

Regie & Buch: Jan Gassmann
Kamera: Ramon Giger
Schnitt: Miriam Märk, Roland von Tessin, Jacques l'Amour
Produktion: Lisa Blatter, Jan Gassmann

Man könnte denken, dass in Zeiten, in denen die EU politisch auseinanderdriftet, auch die Menschen unterschiedliche Sorgen haben. EUROPE, SHE LOVES verwebt die Geschichten von vier Paaren an den Rändern Europas: Siobhan und Terry in Dublin wollen ohne Drogen leben; in Tallinn hofft Veronika, dass sich Harri besser mit ihrem Sohn Artur versteht; Penny will Thessaloniki und den älteren Niko verlassen, um in Italien zu arbeiten; und Juan und Caro in Sevilla, frisch verliebt, denken kaum an die Zukunft.

Der Alltag bringt allen ähnliche Probleme und die Beziehungen sind eine Flucht in die Privatheit vor den sozialen und wirtschaftlichen Problemen ihrer Heimatländer. Exzessive Partys und Drogenkonsum sind für alle selbstverständlich, und sie lassen die Kamera an intimen Momenten bis zum Sex teilhaben.

Jan Gassmann und Kameramann Ramon Giger gelingt es, eine eindrucksvolle Nähe zu den Paaren aufzubauen und mit wenigen Bildern die Essenz von deren Lebensumständen episodisch zu erfassen.

CREW
Regie & Buch: Jan Gassmann
Kamera: Ramon Giger
Schnitt: Miriam Märk, Roland von Tessin, Jacques l’Amour
Sounddesig: Maurizius Staerkle Drux
Ton: Fabian Gutscher
Musik: Library Tapes, Julia Kent (Cello)
Produktion: Lisa Blatter, Jan Gassmann
Co-Produzentin: Maren Lüthje
Co-Produzenten: Andreas Hörl, Florian Schneider
Co-Produktion: lüthje schneider hörl FILM, München
Verleih (DE): déjà-vu Film

JAN GASSMANN, Buch/Regie

Geboren 1983 in Zürich, ufgewachsen in Langnau.

Begann beim Schweizer Filmkollektiv VideoGang.

War 2002 und 2003 Gewinner beim Viper-Festival, Basel.
Er drehte Dokumentarfilme in Suüdamerika und Indien, bevor er Dokumentarfilmregie und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München studierte.

Seinen Dokumentarfilm CHRIGU präsentierte das Berlinale Forum 2007, sein Spielfilmdebüt OFF BEAT das Berlinale Panorama 2011. Sein Dokumentarfilm KARMA SHADUB (Co-Regie: Ramon Giger) wurde 2013 auf dem Dokumentarfilmfestival in Nyon ausgezeichnet.

Die Gemeinschaftsarbeit HEIMATLAND, 2015, hatte ihre Premiere im Wettbewerb von Locarno und wurde mit den Filmpreisen der Stadt Zürich und der Stadt Bern ausgezeichnet.

2014 Heimatland, Fiction, ca. 90’ (with 10 directors); Idea, Director (Episode)
2013 Karma Shadub. Doc, 90’; Co-Director, Editor, Producer
2012 Style Wars 2, Doc, 70’; Editor
2010 Off Beat, Fiction, 95’; Author, Director, Editor
2007 Chrigu, Doc, 86’; Director, Editor
2003 With 500 Rupies tu Heaven, Doc, 1o’; Author, Director

Der Herbst kommt nach Europa und die Straßen kochen.

Das Ganze spiegelt sich in seinen Teilen und umgekehrt. So wie in Brüssel Entscheidungen gefällt werden, aus rationalen, emotionalen oder ökonomischen Gründen, so erkennen wir dieselben Strukturen in der kleinsten aller Gruppen: Der Paarbeziehung. Dieser Dokumentarfilm über vier Paare an den Grenzen Europas wird zu einer Parabel auf den Kontinent Europa.

Ich porträtiere meine Generation, die Vergessenen, die Verlorenen, die Unzufriedenen. Junge Leute zwischen zwanzig und dreißig. Ein Film ohne politische Gespräche, aber an Orten und in Situationen gedreht, wo die politische Zukunft Europas entschieden wird.
Viermal Liebe. Warum? Der Kontrast zwischen Öffentlichem und Privatem offenbart einen Kontinent im Umbruch. Während meine Protagonisten für Arbeit und Essen anstehen, versuchen sie die Dinge am Laufen zu halten und gemeinsam zu überleben.
Und wenn wir näher kommen, verschwinden die Worte, keiner spricht mehr, nur noch Gefühle. Eine Berührung, ein Blick.
In diesem Film habe ich nach diesen Zwischenbereichen gesucht, Bereiche die normalerweise mit Fakten gefüllt sind. Was soll das Leben lebenswert machen, wenn nicht die Liebe?

Ich denke, der Dokumentarfilm sollte die Liebe nicht dem Spielfilm überlassen und sich hinter wissenschaftlichen Theorien verstecken. Und Politik sollte nicht nur in rationaler Weise kommentiert werden. Ein Dokumentarfilm sollte Emotionen in gleicher Weise wie jeder andere Film transportieren. Je subjektiver ein Film gedreht und geschnitten wird, umso genauer wird der Blick auf das Thema. Kein Film ist objektiv.
Dies ist mein Film über uns, die Zeitbomben, die Vergessenen mit der unklaren Zukunft, aber voller Liebe.

FESTIVALS
Berlinale 2016, Panorama
DOK.fest München, FFF-Förderpreis 2016
Sydney Film Festival
Docs Against Gravity Film Festival, Warschau
Docville International Documentary Film Festival, Leuven
Crossing Europe Film Festival, Linz
Thessaloniki Documentary Festival