Ruina Cover

Ruina

73 min. / 2014 / Spanisch (UT: Deutsch, Englisch) / Deutschland, Venezuela

Tags: Hausbesetzer, Hugo Chavez, Selbstverwaltung, Sozialismus, Torre Confinanzas, Torre David, Venezuela

Eine besetzte Bank mitten im Zentrum von Caracas. 3000 Menschen leben ihre selbstbestimmte, sozialistische Utopie im größten vertikalen Barrio ganz Lateinamerikas.

Regie, Produktion, Buch: Markus Lenz
Kamera: Markus Lenz, Leonardo Acevedo
Editing: Markus Lenz

Was kann passieren wenn eine Bank pleite geht? Sie wird zum Beispiel von 3000 Personen besetzt und zu einem Wohnprojekt umgebaut. Im Zentrum von Caracas ragt eine 200 Meter hohe Bauruine in den karibischen Himmel und dient als Zuflucht und Wohnstätte für 750 Familien. Von der Nachbarschaft gefürchtet und verachtet und von der Stadtadministration ignoriert arbeiten die Bewohner des Torre Confinanzas an ihrem Modell einer sozialistischen Mikrogesellschaft in ihrer vertikalen Stadt. „Ruina“ erzählt von Schwierigkeiten und Erfolgen beim Aufbau einer Sozialgemeinschaft.

CREW
Regie: Markus Lenz
Buch: Markus Lenz
Kamera: Markus Lenz, Leonardo Acevedo
Schnitt: Markus Lenz
Ton: Leonardo Acevedo
Produktion: Markus Lenz

Webseite: ruina.de

Markus Lenz arbeitet als Kameramann und Dokumentarfilmer und gibt Filmunterricht an verschiedenen Schulen. Er studierte Kultur- und Medienwissenschaften sowie Romanistik in Leipzig und Palermo. Zwischen 2010 und 2014 folgt ein postgraduales Studium der Dokumentarfilmregie und Kamera an der Kunsthochschule für Medien in Köln und an der Facultad de Bellas Artes der Universidad Nacional de Bogotá in Kolumbien. Er ist Mitbegründer des Kölner Dokumentarfilmkollektivs Dokomotive und der daraus entstandenen, gleichnamigen Plattform. Im Jahr 2015 wird er mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler des Landes NRW in der Sparte Film ausgezeichnet. Der Fokus seiner dokumentarischen Arbeit richtet sich auf Lateinamerika, wo er u.a. zwei lange Dokumentarfilme realisiert hat. 2017 wird er mit dem Gerd-Ruge-Stipendium zur Recherche an seinem neuen Dokumentarfilm über die Wiedereingliederung von kolumbianischen FARC-Guerilleras in die Gesellschaft ausgezeichnet. Der Film befindet sich aktuell in Produktion.

Filmografie (Regie und Kamera)
Vucciria, 67 min. (2009) – Italien
Clandestina Mente, 60 min. (2012) – Italien
Ruina, 73 min. (2014) – Venezuela
El Cacique, 90 min. (2017) – Kolumbien
Sala Espera, 21 min. (2017) – Kolumbien
Provisorium (in Produktion) – Kolumbien

Die Idee ein verlassenes Bankgebäude zu besetzen und in einen Zufluchtsort für Obdachsuchende zu transformieren beeindruckte mich von Anfang an.
Die Recherche gestaltete sich schwierig. Es gab lediglich Gerüchte, und es mangelte an Informationen. Der Turm wurde oft als Hort Krimineller beschrieben aber ich wusste, daß es noch eine andere Geschichte zu erzählen gab.

Am Anfang der Dreharbeiten waren die Türen zum Gebäude verschlossen, und niemand schien an uns interessiert zu sein. Aufgrund negativer Presse beschlossen die Bewohner, nicht mehr mit Medienschaffenden zu kooperieren.

Nach mehreren Tagen quälender Ungewissheit, gelang es uns schliesslich Zugang zum Gebäude zu bekommen. Ich erwartete eine Dystopie urbanen Verfalls aber was ich vorfand, war das Gegenteil: Ein vibrierendes Miteinander einer sozialistischen Mikrogesellschaft in einer vertikalen Stadt.

Die Metamorphose eines Finanzzentrums in eine selbstverwaltete Kommune für Bedürftige klingt nach einem Märchen. Aber in Caracas ist es die gelebte Realität. Seit 2007 arbeiten die Bewohner des Gebäudes an einer besseren Gesellschaft in ihrer D.I.Y.-Community.

Wem gehört die Stadt? Welche sozialen Schichten dürfen im Zentrum leben und wer muss in die Randbezirke emigrieren? Diese Fragen betreffen uns alle und sind hier in Europa in unseren Städten genauso wichtig und umstritten. Wenn wir über Gentrifizierung reden, bleibt es oft beim Lamentieren über den Status Quo.

Die Turmbewohner in Caracas haben sich ihren Lebensraum im Stadtzentrum erobert, und natürlich gerieten sie dadurch in Schwierigkeiten mit dem Establishment. Aber sie sind da und leben ohne Autorisierung in ihrer selbst erschaffenen, vertikalen Stadt.

PRESSE
https://www.hollywoodreporter.com/review/ruina-film-review-742451
https://ideasfilm.org/tag/ruina/
https://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article142555435/Turm-der-Hoffnung-Ruina-von-Markus-Lenz.html

FESTIVALS
CPH:DOX – Copenhagen International Documentary Film Festival Copenhagen 2014
Duisburger Filmwoche 2014
One World International Human Rights Documentary Film Festival Prag 2014
RIFF – Rome Independent Film Festival, Rom 2014
Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano, La Habana, Cuba 2014
Tempo Documentary Film Festival Stockholm 2015
Millenium International Documentary Film Festival, Brussels 2015
Verzio Film Festival, Budapest 2016
Days of Architecture Cluj, Romania 2015
Annual of Architecture Bucharest, Romania 2015
One World in Brussels – Human Rights Documentary Film Festival Brussels 2014
MIASTO movie, Wroclaw 2015
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest 2014
Move it! Filmfestival Dresden 2014
Istanbul International Architecture and Urban Films Festival 2014
FIFAAC Bordeaux 2016
Pärnu International Film Festival Estonia
Human Rights International Film Festival Valencia 2014
Astra International Film Festival Sibiu 2014
This Human World Vienna 2014
Inconvenient Films Festival Vilnius 2014
Stadtansichten Festival Leipzig 2017
Weltweit Sichten Dresden 2017
Architektur und Film / Kinotour-Festival NRW Bielefeld, Dortmund, Münster, Düsseldorf 2016
Urban Lens Film Festival Bangalore, Neu-Delhi / Indien 2017
Festival du film d’architecture Nancy 2017
B-MovieSt.Pauli, Hamburg 2015
Piñonal, Municipio Iragorri, Estado AraguaVenezuela, April 2015
Plaza BolívarCaracas, April 2015
Fundación Cultural ChacaoCaracas, April 2015
Seh-Stücke, Hamburg, 2019

AWARDS
Best feature Documentary – Festival Internacional Derechos Humanos y CineVenezuela 2014
Grand Prix du Jury International FIFAAC Bordeaux 2016
1. Mention du Jury Etudiants de l‘ ENSAPBX / FIFAAC Bordeaux 2016