Adelheid, Kornelius & die Töde

91 min. / 2018 / Deutsch (UT: Englisch) / Deutschland, Spanien

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Tags: Alter, Alternative Lebensformen, Beziehung, Direct Cinema, Ethik, Gesellschaft, Krankheit, Langzeitbeobachtung, Liebe im Alter, Sterbebegleitung, Tod, Zivilgesellschaft

Die exzentrischen Millionäre sind seit 53 Jahren verheiratet. Kornelius ist der dominante Part. Adelheid macht stets alles anstandslos mit. Beide führen einen individualistischen, asketischen und nachhaltigen Lebensstil sowie eine symbiotische Beziehung. Kornelius Krebsdiagnose führt jäh die Zerbrechlichkeit des Lebens vor Augen. Fortan bereitet sich Adelheid auf das Witwentum vor. Sie beginnt sich zu emanzipieren und will selbstständiger werden, denn sie ahnt, dass sie ihren geliebten Ehemann überleben wird…

Buch & Regie: Kirstin Schmitt
Produktion: Maren Schmitt
Kamera: Petra Lisson & Kirstin Schmitt
Schnitt: Evelyn Rack & Sven Kulik

„Das skurrile Millionärs Ehepaar lebt in einem endlosen Sommer zwischen Kleinstadt und spanischen Sporthotel. Sie führen eine symbiotische Beziehung. Er gibt den Ton an und sie alles macht alles anstandslos mit. Das ändert sich, als eine Krebsdiagnose die Zerbrechlichkeit des Lebens vor Augen führt.
Doch sich wegen des Prostatatumors bestrahlen zu lassen, dass ist Kornelius suspekt. Er konzentriert sich lieber auf die schönen Dinge. Bewusstlos und doch bewusst, leben sie als wäre nichts passiert. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Während Kornelius das Sterben nüchter betrachtet, geht für Adelheid die Auseinandersetzung mit dem Tod tiefer. Fortan bereitet sie sich pragmatisch und mit trockenem Humor auf das Witwentum vor, denn sie ahnt, dass sie ihren Ehemann überleben wird…

Der Langzeitdokumentarfilm im Direct Cinema Style begleitet die exzentrischen Protagonisten von 2011 bis 2018. Er erzählt mit atmosphärischen Bildern vom Abschied und dem Versuch das Glück aufrechtzuerhalten. Mit bittersüßer Leichtigkeit lässt der Film das Publikum Tränen lachen und weinen. Ein bewegender Dokumentarfilm über das Sterben, der Lebensmut schenkt.“

CAST
Adelheid und Kornelius Ihlefeld

CREW
Buch und Regie: Kirstin Schmitt
Kamera: Petra Lisson & Kirstin Schmitt
Schnitt: Evelyn Rack & Sven Kulik
Ton: Felix Lau, Benedikt Ludwig, Sebastian Sánchez
Music: Dascha Dauenhauer
Produktion: Maren Schmitt (Sailor´s Yarn)
Grading: Sally Shamas
Dramaturgische Beratung: Evelyn Rack
Schnittassistenz: Marielle Pohlmann
O-Ton Recording: Nikolas Altmannsberger, Floyd Fürstenau, Ana Monte

Kirstin Schmitt ist Regisseurin, Kamerafrau und Fotografin. Sie lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin und Havanna. Sie studierte Kulturanthropologie, Regie und Kamera in Deutschland und auf Kuba. Ihre preisgekrönten Arbeiten wurden international in Museen, auf Kunstmessen und Filmfestivals präsentiert.

2017
FRANCOS ERBE – GESTOHLENE LEBEN
Kamera
Regie: Inga Bremer, Dokumentarlangfilm, BR/ARTE, Deutschland/Spanien

2013
ROMANZE O.T.
Kamera
Regie: Elke Lehrenkraus, Dokumentarlangfilm, Deutschland

2010
LA VIDA ESTA EN OTRO LUGAR
Regie / 2. Kamera / Produktion
Diplomfilm, Dokumentarlangfilm, Kuba

2006
EL MONTE
Regie / Kamera / Produktion
Experimentalkurzfilm, 16mm, Kuba

2006
ALSO, SPRACH HERR FAUSTMANN
Regie, Produktion und Schnitt
Dokumentarkurzfilm, Deutschland, Filmakademie Baden-Württemberg

„Ich selbst habe große Angst vor dem Tod. – Wer nicht?
In Anbetracht des Sterben müssens, oszillieren wir zwischen Integrität und Verzweiflung. Besonders in jungen Jahren überwiegt das Zweite. Bereit zu sein, eines Tages Sterben zu müssen ist womöglich eine der größten persönlichen Herausforderungen. Wer in Frieden sterben will muss richtig leben und lieben. Aber wie lebt man richtig bei all den Möglichkeiten und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen, die das moderne Leben bereit hält?
Die Protagonisten des Films hadern nicht. Sie leben nach eigenen Maßstäben und sind sich selbst treu. Adelheid und Kornelius nehmen mir mit ihrer Haltung etwas Angst vor dem Tod und lehren, die Zeit die wir haben nicht zu korrumpieren.

Der Dokumentarfilm setzt sich auf poetische und humorvolle Weise mit Selbstbestimmung, Entscheidungen, Beziehungsdynamiken und dem Sterben müssen auseinander. Humor und Tragik liegen sehr nahe beieinander. Mit ihrem „Schlappmaul Humor“, der unerschrocken auch vor schweren Themen kein Halten kennt, machen Adelheid und Kornelius viel Mut. „

PRESSE
„Ein Film, der bewegt, an die eigene Menschlichkeit appelliert und lange im Gedächtnis bleiben wird.“
(Jury Hessischer Filmpreis)

Pressespiegel (PDF)

FESTIVALS
35. Kasseler Dok Fest

AWARDS
Nominierung für den Hessischen Filmpreis Kategorie: Bester Dokumentarfilm