Ink of Yam

75 min. / 2017 / Englisch, Hebräisch (UT: Deutsch) / Deutschland

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Tags: Gesellschaft, Israel, Konflikte, Kultur, Religion, Tattoo

Ein Knall. Stille. Sirenen. Fensterscheiben wackeln, doch die Nadel sticht weiter Tinte unter die Haut. Ink of Yam erzählt Geschichten aus einem der ältesten Tattoo-Studios in Jerusalems.

Regie & Produktion: Tom Fröhlich
Kamera: Christoph Bockisch
Editing: Emil Rosenberger

„Ein Knall. Stille. Sirenen. Fensterscheiben wackeln, doch die Nadel sticht weiter Tinte unter die Haut. Ink of Yam erzählt Geschichten aus einem der ältesten Tattoo-Studios in Jerusalems.

Während die beiden russischstämmigen Tätowierer Poko und Daniel Motive wie die Jungfrau Maria, ein Küchenmesser oder den Davidstern tätowieren, erzählen verschiedene Kunden über ihr Leben. In diesem Traditionsbetrieb abseits der Traditionen kom- men die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Jeder ist willkommen, gleichgültig welcher Herkunft oder Religion: Der atheistische Koch, der auch am Sabbat nicht koscher kocht, sein christlich-arabischer Kollege aus Bethlehem, der hinaus will in die Kü chen der Welt, der philosophierende Reiseleiter aus orthodoxem Haus und der fromme Fotograf mit theologischer Bildung.
Unter Schmerzen auf dem Tätowierstuhl durchleben Juden, Christen, Moslems und Atheisten eine Katharsis, öffnen ihre Herzen und erzählen aus ihrem Leben in Jerusalem, von Wünschen, Hoffnungen und Ängsten.
Das kleine Tätowierstudio von Poko und Daniel wird zum verbindenden Ort für Menschen, die sich sonst in dieser großen, alten und konfliktreichen Stadt feindlich gegenüberstehen.

BIZZART ist eines der ältesten Tattoo-Studios in Jerusalem. In diesem Traditionsbetrieb abseits der Traditionen kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Während Poko und Daniel, die Inhaber des Studios tätowieren, sprechen die Menschen unter dem Surren der Tattoonadel über ihre Ängste, persönlichen Krisen, Hoffnungen, über Religionen und Haltungen, über das komplexe Leben in Jerusalem im Besonderen und die junge Gesellschaft in Israel.“

CAST
Poko Haim, Daniel Bulitchev

CREW
Regie: Tom Fröhlich
Kamera: Christoph Bockisch
Schnitt: Emil Rosenberger
Ton: René Kramer
Musik: Adrian Portia
Produktion: Tom Fröhlich

Verleih: jip film
Gefördert von: Hessen Film und Medien

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BIOGRAFIE TOM FRÖHLICH
Tom Fröhlich, geboren am 01.02.1989 wuchs in der Hansestadt Rostock auf. Nach dem Zivildienst zog er nach Leipzig, um beim Mitteldeutschen Rundfunk eine Berufsausbil- dung zum Mediengestalter Bild und Ton zu absolvieren. Nach ersten Kurzfilmprojekten entscheidet er sich für das Studium „Digital Media – Motion Pictures“ an der Hochschule Darmstadt.

Heute arbeitet Tom Fröhlich als freier Dokumentarfilmregisseur.

FILMOGRAFIE TOM FRÖHLICH (AUSWAHL)
2019 Das Perfekte Schwarz DOK/ Die Suche nach der Vielfalt im Schwarz Regie / Fertigstellung/ Produktion: Neue Celluloid Fabrik Leipzig

2017 Ink of Yam / Buch und Regie / Debüt- und Abschlussfilm

2016 Nordreportage „Die Europameister aus Rostock –Inklusionsfußball im Traditions- verein“ / Autor / ausgestrahlt im NDR / Eins Plus

2014 Paradies irgendwo in Brandenburg / Spielfilm – Drei Rentner versuchen ihren Gar- ten, das Paradies, zu retten / Regie und Buch / Festivals: Neisse Filmfestival / Filmfestspiele Selb / Boddinale Berlin

2013 Wir waren Meer / DOK / Die Geschichte der letzten Hochseefischer der DDR – Regie – in Produktion

Neben mir liegt Nuriel und bekommt ein Frauengesicht tätowiert. In seiner Mimik sieht man den Schmerz nach jedem einzelnen Nadelstich. Während er weiter in aufgeregtem Hebräisch mit seinem Tätowierer Poko spricht, frage ich mich, was ich hier eigentlich mache.

Nuriel ist seit seiner Jugend spielsüchtig, hatte mit sechzehn Jahren 250.000 Euro Schulden. Um sich besser zu fühlen, müsste er eigentlich mal raus. Er hält es in Israel schon lange nicht mehr aus. Aber er kann nicht weg, seine Mutter hat Krebs. Wie soll er da gehen? Er spricht über seine Kindheit in Jerusalem, seinen Job als Verkäufer, sein Partyleben und seine Sucht, während Poko einen Nadelstich neben den nächsten setzt.

Das Tattoo-Studio wird zu einem Beichtstuhl. Die beiden Freunde reden wie in Trance. Die Räume, in denen Poko und Daniel ihre Kunden tätowieren sind keine sieben Quad- ratmeter groß und doch voller Gedanken über Existenz, Angst, Glück und Konflikte, in dieser Stadt, die so schwer zu verstehen ist. In diesen Räumen sitze ich gemeinsam mit meinem Kameramann Tag für Tag, immer umgeben von dem lauten Surren der Nadel und dem Geruch nach Desinfektionsmittel.

Tag für Tag erzählen mir Poko und Daniel und ihre Kunden von ihrem Leben. Ihre Ge- schichten geben mir einen tiefen Einblick in das Leben von Jerusalem, einen Zugang zu den alles bestimmenden Konflikten in Israel und schließlich auch eine Idee der verschie- denen Sichtweisen auf Gott und Religion.

Der Film ist streng strukturiert, jedes Gespräch ist in Kapitel unterteilt. Diese Einteilung war uns in der Montage enorm wichtig – man sagt, dass Menschen, die von der Stadt und ihren tausenden Eindrücken verschluckt werden, irgendwann das Jerusalem Syn- drom bekommen. Wir haben das für uns im Prozess immer wieder gespürt – die Heraus- forderung, nicht in allen Puzzleteilen dieser Thematik zu versinken.

Ich will mit INK OF YAM einen alternativen Zugang geben, sich mit der Stadt, Religionen und Konflikten zu beschäftigen; den Zuschauer eintauchen lassen in all das, was die Bil- der auf der Haut beschreiben. Tattoos müssen nicht immer eine Bedeutung haben, aber sie können eine Brücke sein.

PRESSE
DEUTSCHLANDFUNK KULTUR
„einen ganz anderen Blick auf Jerusalem ermöglicht der junge, deutsche Filmemacher Tom Fröhlich.“
„Tom Fröhlich zeigt durch dieses Kaleidoskop des Tattoo-Studios ein vielschichtiges und komplexes Israel-Bild, dass man in dieser Subtilität und Dichte in Nachrichten- und Fernseh-Dokus nie zu sehen bekommt.“
„Verblüffend ist vor alle, wie sich die einzelnen Kunden beim tätowieren öffnen.“
„Ein sehenswert und origineller Film“

FAZ
„INK OF YAM, ein Dokumentarfilm über die Vielstimmigkeit des sogenannten Heiligen Landes in der multireligiösen, multiethnischen und multikulturellen Stadt Jerusalem, ist beeindruckend.“

TIP
„Den beiden Tätowierern kann man sich getrost anvertrauen, ihre Gelassenheit trägt den film und gibt ihm einen entspannten Rhythmus.“

epdFILM
„Durch die Perspektive des Tattoo-Ateliers ist ein vielstimmiges Porträt Jerusalems und seiner Bewohner entstanden, jenseits der in den Medien kolportierten zwei Fronten des Nahostkrieges. Ihre ganz eigene Sprache sprechen die Tattoos, die währenddessen auf der Haut der Beichtenden entstehen…“

PLAYER
„verheißungsvoll“

Programmkino.de: „Im Grunde läuft es beim Tätowieren ähnlich wie beim Friseur. Die Konstellation animiert zum Reden, nur dass die Sessions länger dauern, im Wortsinn tiefer gehen und das Ergebnis für eine halbe Ewigkeit gemacht ist. Eine sehenswerte Doku, die nah bei den Menschen bleibt.“

Darmstädter Echo: Vor der surrenden Nadel sind sie alle gleich, das Stechen macht sie gesprächig, die Kamera lenkt sie ab. Und so reden sie über Gott und Welt, Buddhismus und Aberglaube, Terror und Militärdienst, während auf ihrer Haut die Jungfrau Maria, ein Küchenmesser oder ein Davidstern entstehen. So ist eine vielstimmige, tiefgründige Weltbetrachtung entstanden, die kontemplativ eingebettet ist in Ansichten aus der Stadt, vom Meer und den Bergen.

Filmdienst.de: „Ein kleiner, starker und melancholischer Film über die Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander:“

Presseheft (PDF)

FESTIVALS
51. Internationale Hofer Filmtage 2018 (Official Selection)
DOK.fest München 2018 (Official Selection)
Astra Film Festival 2018 (Official Selection)
11. Lichter Filmfest Frankfurt International (Official Selection)
Moscow Jewish Film Festival (Official Selection)
Jewish Motifs International Film Festival (Official Selection)
Sose International Film Festival Jerewan 2018 (Official Selection)
10. Tallahassee Film Festival 2018 (Official Selection)
Jerusalem Jewish Filmfestival – 2018 (Official Selection)
Red Rock Film Festival Utah 2018 – (Official Selection)
3. Jüdische Filmtage Fürth 2018 – (Official Selection)

AWARDS
Hessischer Filmpreis 2017 (Bester Hochschulfilm)
Firenze Film Festival 2018 (Best Foreign Documentary)