Geschenkt wurde uns nichts

Geschenkt wurde uns nichts

58 min. / 2014 / Italienisch (UT: Deutsch, Englisch, Spanisch) / Deutschland

Tags: Antifaschismus, Befreiungskampf, Emanzipation, Faschismus, Feminismus, Frauen, Heldin, Italien, Krieg, Nationalsozialismus, Nazis, Partisanen, Partisaninnen, Resistenza, Widerstand, WW2, Zweiter Weltkrieg

Annita Malavasi war italienische Partisanin im Zweiten Weltkrieg und eine der wenigen weiblichen Kommandierenden. Über ein Jahr war sie in den Bergen und kämpfte gegen die deutschen Besatzer, während sie sich gleichzeitig gegenüber den Männern in den Bergdörfern behaupten musste.

Buch & Regie: Eric Esser
Kamera: Colja Krugmann
Montage: Luca Reale
Produktion: Eric Esser

Annita Malavasi war 22 Jahre alt, als deutsche Truppen 1943 das bis dato verbündete Italien besetzten. Als Partisanin „Laila“ überbrachte sie Informationen, transportierte Waffen, bewegte sich mit und zwischen den kämpfenden Einheiten und nahm selbst an Gefechten teil. Über ein Jahr war sie in den Bergen des Apennin und kämpfte gegen die deutschen Besatzer. Gleichzeitig musste sie sich gegenüber den Männern in den Bergdörfern behaupten. Gegen Kriegsende gehörte Laila zu den wenigen weiblichen Kommandierenden im italienischen Widerstand.

Der Film erzählt die Geschichte einer lebenslangen Emanzipation, die mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Laila und zwei ihrer Genossinnen, Gina „Sonia“ Moncigoli und Pierina „Iva“ Bonilauri, berichten von ihrer Zeit in der Resistenza und ihrer Bedeutung für sie und viele andere Frauen.

CAST
Unterfeldwebel Annita “Laila” Malavasi, * 21.05.1921; † 27.11.2011
Kommandantin des Nachrichtendienstes der Brigade.

Unterfeldwebel Pierina “Iva” Bonilauri, * 16.05.1918; † 14.09.2011
Vizekommandantin des von Partisan*innen geführten Gefängnisses.

Leutnant Gina “Sonia” Moncigoli, * 01.06.1923; † 06.11.2011
Verantwortliche Versorgung Stadtguerillabrigade 37 in Reggio Emilia.

CREW
Buch & Regie: Eric Esser
Kamera: Colja Krugmann
Ton: Colja Krugmann
Montage: Luca Reale
Sound Design: Michael Scheunemann
Mischung: Michael Scheunemann
Farbkorrektur: Colja Krugmann
Schnittassistenz: Rosa Giulio
Dolmetscherin: Heike Herzog
Dramaturgische Beratung: Patrizia Fürst
Produktion: Eric Esser

Eric Esser
Erster Kurzfilm 2003. Arbeitet nach dem Studium der Medieninformatik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Rettet sich 2005 auf die Filmarche, eine selbstverwaltete Filmschule in Berlin, und wählt den Studienschwerpunkt Dokumentarfilm-Regie. Dort ist er verantwortlich für Vorlesungen und Workshops.

Inzwischen Mitglied des Ältestenrats der Filmarche und engagiert im Berufsverband AG DOK. 2014 Artiste en Residence der Rencontres Cinématographiques im französischen Cerbère. 2019 Abschluss des Masterstudiengangs Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg.

Eric Esser lebt und arbeitet an Berlin.

Filmografie
2019 Der Engel der Geschichte (Kurzdokumentarfilm, 10’’)
2018 Rotation (Dokumentarfilm, 72’’)
2014 Geschenkt wurde uns nichts (Dokumentarfilm, 58’’)
2009/2013 Chaja & Mimi (Kurzdokumentarfilm, 10’’)
2006 Dawn of the Dorks (Kurzspiefilm, 22’’)
2006 Cevapcici (Co-Regie, Kurzdokumentarfilm, 10’’)
2004 November (Kurzspiefilm, 5’’)
2003 Buns (Kurzspiefilm, 5’’)

Ich habe Annita Malavasi 2004 zum ersten Mal bei der Erinnerungs-wanderung „Sentieri Partigiani“ erlebt. Es war mucksmäuschenstill, während sie erzählte, alle hörten ihr gebannt zu. Auch mich hat Laila so nachhaltig beeindruckt, dass in meinem Kopf sofort die Idee entstand, einen Film über sie zu machen.

Was mich an ihr so faszinierte, war ihr doppelter Kampf – nach außen gegen die deutschen Besatzer und die italienischen Faschisten sowie nach innen gegen die patriarchalen Strukturen in der bäuerlichen Gesellschaft in den Bergen, aber auch innerhalb der Widerstandsbewegung.

Mit dem Film möchte ich auch das Andenken an diejenigen weitertragen, die gegen den Nationalsozialismus gekämpft haben. Zudem möchte ich mit meinen Filmen ein besonderes Augenmerk auf die Geschichten richten, die bislang noch nicht so oft erzählt wurden.

PRESSE
„Ein Film, der bisher bitter gefehlt hat.“ (Ingrid Strobl)
„emotional und ungefiltert“ (Spielfilm.de)
„nah an seinen Protagonistinnen“ (junge Welt)
„Regisseur Eric Esser hat die leider seltene Gabe, zuhören zu können.“ (Filmgazette und konkret)
„Das Porträt beeindruckender Persönlichkeiten.“ (jungle world)
„Ein einmaliges und wichtiges Dokument weiblichen Widerstands“ (AVIVA-Berlin)
„Das Vermächtnis dreier ungewöhnlicher Frauen“ (Zitty)
„Besser kann man die Geschichte nicht in die Aktualität holen“ (Potsdamer Neueste Nachrichten)
„tadellose filmische Umsetzung des Themas“ (Festival-Jury FMCEX Veracruz)
„ein bewegender und Kraft gebender Dokumentarfilm“ (Ossietzky)
„Man hört den intelligenten Frauen gern bei ihren Schilderungen zu“ (Tip Berlin)
„in seinem Verzicht auf filmische Effekte wirkungsvoll und folgerichtig“ (Telepolis)
„Geschenkt wurde uns nichts betont die grundlegende Bedeutung von Frauen in der Befreiungsbewegung“ (MyMovies.it)

Dietrich Kuhlbrodt in der Filmgazette: „Mund zu, Ohren auf“, 10.07.2017
https://filmgazette.de/2017/07/10/geschenkt-wurde-uns-nichts/
„Selten habe ich jemanden so präsent erlebt wie diese jetzt fast 90jährige, die, damals 23 Jahre alt, selbst entschied, in die Berge um Reggio Emilia zu gehen und schließlich Kommandantin des Nachrichtendienstes der Brigade zu werden.“
„Regisseur Eric Esser (MakeShiftMovies, AG DOK) hat die (leider) seltene Gabe, zuhören zu können. (…) diese Fähigkeit, sich an dem, was er aufgenommen hat, als Mitwirkenden zu begreifen – und nicht, ich übertreib mal, machohaft darüber zu verfügen -, zeichnet Eric Esser aus. Ein aufrichtiger, freundschaftlicher Dokumentarfilm.“

Oliver Dietrich in Potsdamer Neueste Nachrichten: „Lebenslanger Befreiungskampf“, 08.05.2015
http://www.pnn.de/potsdam-kultur/965159/
„Wenn dieser Film die Geschichte einer Emanzipation erzählt, dann die einer lebenslangen. Denn was als Befreiungskampf gegen Faschisten begann, setzte sich als Befreiungskampf für das eigene Bewusstsein fort. Besser kann man die Geschichte nicht in die Aktualität holen.“

Oliver Koch in der jungle world: „Bessere Filme“, 30.04.2015
http://jungle-world.com/artikel/2015/18/51893.html
„Wieso um Himmels Willen sollte man seine Zeit mit lausigen Filmen wie »Big Eyes« des einstmals so visionären Regie-Stars Tim Burton verschwenden, wenn in dem klitzekleinen Kino um die Ecke ein so gelungener Dokumentarfilm wie »Geschenkt wurde uns nichts« von Eric Esser gezeigt wird?“
„Esser hat seine Protagonistinnen ausführlich zu Wort kommen lassen, der Film ist das Porträt beeindruckender Persönlichkeiten.“

Simon Zeise in Melodie und Rhythmus 03/2015: „Gegen Geschichtsrevisionismus“, 30.04.2015
http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2015/gegen-geschichtsrevisionismus/

Bianka Piringer auf Spielfilm.de, 25.04.2015
http://www.spielfilm.de/filme/3001461/geschenkt-wurde-uns-nichts/kritik
„Esser ist es praktisch in letzter Minute gelungen, eine ehemalige Partisanin und zwei ihrer Kameradinnen vor die Kamera zu holen. Annita Malavasi, die mit 22 Jahren zur Resistenza stieß, Gina Moncigoli und Pierina Bonilauri starben unabhängig voneinander in hohem Alter Ende 2011. Ihre hier festgehaltenen Erzählungen bilden ein wertvolles und bewegendes historisches Dokument für die Nachwelt.“
„Bis auf wenige Archivaufnahmen konzentriert er sich völlig auf die Erzählungen Annita Malavasis und die Besuche bei den anderen beiden Frauen. Das verleiht dem Film die typische Qualität der Oral History: Er ist emotional und ungefiltert, verknüpft harte Fakten mit persönlichem Erleben, das weit über die thematische Beschränkung geschichtlicher Bücher hinausgeht.“
„Drei ehemalige Partisaninnen erzählen über ihre Erlebnisse im 2. Weltkrieg. Aufgrund der lebhaften Erinnerung der Hauptprotagonistin und ihrer Offenheit entsteht ein spannendes Dokument mündlich überlieferter Geschichte – quasi in letzter Minute, denn die Zeitzeuginnen sind mittlerweile verstorben.“

Tagestipp in der Zitty Berlin, 24.04.2015
„Das Vermächtnis dreier ungewöhnlicher Frauen“

Lars Penning im Tip Berlin, 23.04.2015
http://www.tip-berlin.de/kino-und-film/im-kino-geschenkt-wurde-uns-nichts
„Man hört den intelligenten Frauen gern bei ihren Schilderungen zu.“

Roland Zschächner in der jungen Welt: „Nie mehr zurück an den Herd“, 23.04.2015
https://www.jungewelt.de/2015/04-23/040.php
„Essers Film ist nah an seinen Protagonistinnen. Er lässt ihnen Raum, ihre Geschichten zu erzählen, miteinander zu reden, sich zu ergänzen. Sie sind Vorbilder, mit Humor und Ernst.“

Katja Herzberg in Neues Deutschland: „Die Resistenza veränderte ihr Leben“, 20.04.2015
https://www.neues-deutschland.de/artikel/968516.die-resistenza-veraenderte-ihr-leben.html
„Es gibt Momente im Leben, die prägen einen Menschen für Jahre, vielleicht sogar für das ganze nachfolgende Dasein, lassen einen Wegmarken passieren, hinter die es nicht mehr zurückgeht.“

Helga Egetenmeier auf AVIVA-Berlin, 13.04.2015
https://aviva-berlin.de/aviva/content_Kultur.php?id=14191378
„Chronologisch ins Bild gesetzt, spricht “Laila” im hohen Alter deutlich und schonungslos über ihre Lebensentscheidungen, die in ruhigen Bildern von der Kamera eingefangen werden. In den kritischen Dialog geht sie, wenn sie sich mit “Iva” und “Sonia” trifft und über ihre Zeit in den Bergen auseinander setzt. Ernst und auch mit einem Sinn für Humor, reflektieren die drei Frauen ihre wagemutigen Entscheidungen, die ihnen auch das Leben hätten kosten können.“
„Der Film lässt durch seine Protagonistinnen die ungeschminkte Geschichte einer lebenslangen Emanzipation erzählen, die für die Frauen mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Ein einmaliges und wichtiges Dokument weiblichen Widerstands.“

Marcus Hammerschmitt auf Telepolis: „Klare Ansagen“, 26.12.2014
http://www.heise.de/tp/artikel/43/43506/1.html
„Man bekommt keine Bandiera Rossa-Romantik und keinen Militanzfetischismus geliefert.“
„Das ist in seinem Verzicht auf filmische Effekte wirkungsvoll und folgerichtig.“
„Dass dieser Film einem Team aus Deutschland zu verdanken ist kann man angesichts der historischen Vorgänge, um die es hier geht, durchaus für einen Akt gelebter Versöhnung und Völkerverständigung halten.“
„”Geschenkt wurde uns nichts” sollte daher nicht nur auf kleinen Festivals, sondern zum Beispiel auch im Fernsehen laufen – und zwar auf einem wirklich guten Sendeplatz.“

Ingrid Strobl, Blog Nichts ist zu schön um wahr zu sein, 31. Juli 2014
https://ingridstrobl.wordpress.com/2014/07/31/geschenkt-wurde-uns-nichts-2/
“Geschenkt wurde uns nichts”, nannte der Filmemacher Eric Esser seinen Dokumentarfilm über Annita Malavasi, Gina Moncigoli und Pierina Bonilauri – ein Film, der bisher bitter gefehlt hat.“
„Annita Malavasi und ihre ehemaligen Kampfgefährtinnen haben viel zu erzählen. Sie tun es sehr aufrecht, selbstbewusst, mit einem herben Humor und mit Schmerz in den Augen. Alte Frauen, deren Mut und Engagement im Widerstand gegen die deutsche Besatzung nie adäquat gewürdigt wurden. Auch nicht von den Genossen.“
„Es ist ihm gelungen, nicht nur die Geschichte dreier Partisaninnen zu erzählen und damit einen Einblick in die Motivationen und das Engagement vieler anderer zu geben. Er konnte die Frauen auch dazu bewegen, ungeschönt über ihre Gefühle und über sehr persönliche Erfahrungen zu sprechen. Damit verleiht er dem Film eine Tiefe jenseits von Heldinnenverehrung und erweist den Frauen nachträglich die schmerzlich vermisste Würdigung ihres Mutes und ihrer historischen Leistung. Ein wunderbarer Film, dem ich ein großes Publikum wünsche.“

Marco Chiani in MyMovies.it, 22.03.2014
https://www.mymovies.it/film/2013/nonciestatoregalatoniente/
„Geschenkt wurde uns nichts betont die grundlegende Bedeutung von Frauen in der Befreiungsbewegung.“

Jury des Festival Mundial de Cine Extremo de Veracruz, 25.01.2014
https://www.facebook.com/notes/685349824850864/
„Begründet wurde die Wahl wie folgt: Zum einen gebe der Dokumentarfilm „Non ci è stato regalato niente“ einen überzeugenden Einblick in die wichtige Rolle, die patriotische italienische Partisaninnen im Zweiten Weltkrieg in Italien spielten und zum anderen dessen tadellose filmische Umsetzung des Themas.“

FESTIVALS
11.09.19 13. Festival de Cine de los Derechos Humanos Cine Otro, Valparaiso, Chile
25.05.16 Near Nazareth Festival 2016, Afula, Israel
13.02.16 Boddinale 2016, Berlin, Germany
08.07.15 International Tour Film Festival, Civitavecchia, Italy
06.06.15 Bei Chéz Rainer, Warmeloh, Germany
10.04.15 South Eastern Film Festival, Nashville, United States
29.03.15 Nez International Film Festival, Kolkata, India
22.03.15 Audience Now, New York, United States
27.12.14 Ichill Manila Film Fest, Manila, Philippines
17.12.14 5th Overlook Film Festival, Rome, Italy
17.12.14 Women Director’s International Film Festival, New Delhi, India
11.12.14 5th Manya Human Rights International Film Festival, Kampala, Uganda
26.11.14 International Human Rights & Film Festival, Caracas, Venezuela
24.11.14 14. Filmfest FrauenWelten, Tübingen, Germany
10.11.14 8th Vox Feminae Festival, Zagreb, Croatia
01.11.14 Filmfest Biberach, Biberach, Germany
29.10.14 XI Festival internacional de cine solidario Sant Sadurní d’Anoia, Spain
25.10.14 12th High Falls Film Festival, Rochester, USA
28.09.14 Parallel Crossings, Berlin, Germany
27.09.14 Great Lakes International Film Festival 2014, Erie Pa, USA
05.09.14 Portobello Film Festival, London, UK
17.08.14 Cine Campus 2014, Caguas, Puerto Rico
09.08.14 Los Angeles Diversity Film Festival, Los Angeles, USA
08.08.14 Mpumalanga Short Film Festival, Nelspruit, South Africa
20.05.14 International LGTB and GENDER Film Festival, Buenos Aires, Argentina
01.04.14 Imperfectu – International Film and Gender Studies Festival, Tijuana, Mexico
22.03.14 Sguardi Altrove Film Festival Milan, Italy
13.03.14 FrauenFilmTage 2014, Vienna, Austria
20.01.14 Festival Mundial de Cine Extremo “San Sebastián de Veracruz”, Veracruz, Mexico

AWARDS
30.05.16 “Winner Film” Near Nazareth Film Festival 2016
10.11.15 “Special Mention” at I Filmmaker International Film Festival Marbella 2015
05.03.15 “Gold Award” at Intl. Film Festival “Women – Social Issues Zero Discrimination”
30.12.14 “Silver Award “ at California Film Awards 2014
18.11.14 “Silver Award “ at Filmmakers of the Year Film Festival 2014
07.11.14 “Best Documentary Feature” at the Oregon Film Awards 2014
27.09.14 “Best Documentary Feature” at the Great Lakes International Film Festival 2014
24.09.14 “Gold Award“ International Movie Awards Indonesia
18.06.14 “Honorable Mention 2014” at the International Independent Film Awards 2014
05.2014 “Award of Merit” at the The IndieFest 2014
05.2014 “Award of Merit” at the Accolade Global Film Competition 2014
29.03.14 “Rising Star Award 2014“ at the Canada International Film Festival Vancouver in student film competition category
25.01.14 Main price of the press at Festival Mundial de Cine Extremo “San Sebastián de Veracruz”, Veracruz, Mexico